Der Mensch im Fokus

Für die Rubrik Mensch im Fokus haben wir mit Hansjörg Hüllbüsch gesprochen, dem Verwaltungsleiter der Klinik Roderbirken – und genau hier in Roderbirken blickt er auf 24 Jahre Tätigkeit zurück. Als „Kind der LVA Rheinprovinz“ (die frühere Bezeichnung der Deutschen Rentenversicherung Rheinland) absolvierte er 1981 bis 1984 seine Ausbildung und startete unmittelbar danach in der Gesundheitsabteilung – also jener Abteilung, die für die Rehabilitationsleistungen zuständig war. Seitdem hat ihn das Thema Reha durch sein gesamtes Berufsleben begleitet. Nun steht Herr Hüllbüsch kurz vor dem wohlverdienten Ruhestand. Das haben wir zum Anlass genommen, mit ihm über seinen Werdegang, prägende Momente und seine Haltung als Führungskraft zu sprechen.
1. Wenn Sie auf Ihre Jahre als Verwaltungsleiter zurückblicken: Welche Leitgedanken oder Grundhaltungen haben Ihre Arbeit im Alltag am stärksten geprägt?
Hansjörg Hüllbüsch: Hier möchte ich John F. Kennedy zitieren. Er sagte in seiner Antrittsrede: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“
Als Fan von John F. Kennedy hat mich dieser Gedanke immer begleitet. Übertragen auf meinen Beruf hieß das für mich: Frage nicht, was die Klinik für dich tun kann, sondern was du für die Klinik tun kannst. Das war für mich stets Leitgedanke meiner Arbeit in der Klinik.
2. Welche Entwicklungen oder Veränderungen waren für Sie besonders prägend?
Hansjörg Hüllbüsch: Besonders prägend waren für mich die Phasen der Umstrukturierungen, in denen Arbeitsplätze verloren gingen. Die Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitenden haben mich sehr berührt. Auch wenn diese Veränderungen damals notwendig waren, um die Klinik als Ganzes zu retten, ist es mir alles andere als leichtgefallen.
Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland ist ein sozialer Arbeitgeber, und wir haben für jeden Einzelfall eine gute Lösung gefunden. Dennoch hat sich für mich seitdem eines verfestigt: Wirtschaftlichkeit ist wichtig – aber der Antrieb war für mich immer, neue Leistungsbereiche zu identifizieren, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Beschäftigung zu sichern.
3. Mitarbeitende beschreiben Roderbirken als ein Haus mit einer besonderen Kultur. Was macht das Miteinander aus Ihrer Sicht aus – und wie haben Sie versucht, dazu beizutragen?
Hansjörg Hüllbüsch: Ich muss da ein wenig ausholen (lacht). Ich denke da oft an meine Jugend im Mannschaftssport zurück. Auch wenn in einem Team unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus zusammenkommen, ist man nur gemeinsam erfolgreich.
Ich sah mich immer ein Stück weit in der Rolle eines Trainers: Jede einzelne Arbeit ist wichtig und sinnstiftend. Als Verwaltungsleiter wollte ich genau das vermitteln. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter trägt entscheidend dazu bei, dass das große Ganze funktioniert.
4. Was hat Sie im Team oder in der täglichen Zusammenarbeit am meisten motiviert oder getragen?
Hansjörg Hüllbüsch: Da lande ich wieder beim Sport (lacht). Anstrengung zahlt sich aus – aber man gewinnt nicht jedes Spiel. Aus Fehlern kann man lernen, und man muss den Blick immer nach vorne richten.
Das lässt sich wunderbar auf eine Einrichtung wie die Klinik Roderbirken übertragen: Beharrlichkeit und gegenseitige Unterstützung sind entscheidend. Wenn man gemeinsam nach vorne schaut, ist man als Team erfolgreich.
5. Der Übergang in den Ruhestand ist ein großer Schritt. Wie blicken Sie auf diese neue Lebensphase – und was nehmen Sie bewusst mit?
Hansjörg Hüllbüsch: Als Verwaltungsleiter hatte ich viele Gestaltungsmöglichkeiten, für die ich sehr dankbar bin. Jetzt freue ich mich darauf, meine Zeit noch freier gestalten zu können – besonders darauf, mehr Zeit gemeinsam mit unseren noch kleinen Enkeln in der Schweiz verbringen zu können.
Durch die Arbeit im Gesundheitswesen weiß ich, wie wertvoll Gesundheit ist und wie wichtig es ist, aktiv zu bleiben. Ich möchte mir ganz bewusst mehr Zeit für mich nehmen – das ist wohl das Wichtigste, das ich aus meiner beruflichen Zeit mitnehme: Gesundheit ist das höchste Gut.
6. Gibt es etwas, das Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen – insbesondere denjenigen, die Verantwortung tragen oder künftig übernehmen – mit auf den Weg geben möchten?
Hansjörg Hüllbüsch: Nicht ohne Grund hat die Deutsche Rentenversicherung Rheinland seit fast 120 Jahren hier in Roderbirken eine Klinik. Die Klinik hat immer gezeigt, dass auch ein öffentlicher Träger sehr gute Reha zu angemessenen Preisen anbieten kann.
Natürlich gab es in meiner Laufbahn Klippen zu umschiffen und Hindernisse zu überwinden – doch als Team haben wir das stets gut geschafft. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass alle Beschäftigten weiterhin wissen, wie wichtig der Beitrag jedes Einzelnen ist. Der Aufwand lohnt sich immer, und der Rest ergibt sich durch ein engagiertes Team fast von selbst.
Und ein letzter Gedanke: ich bin nicht nur Fan von Kennedy, sondern auch von Franz Beckenbauer (lacht). 1990 wurde Deutschland unter ihm Weltmeister. Er hat gar nicht einmal so viel eingegriffen – seine Persönlichkeit und sein Vertrauen in die Mannschaft waren ausschlaggebend. Eine gute Mannschaft, die wuppt das schon – davon können Vorstand und Geschäftsführung in Düsseldorf weiterhin ausgehen.
Wir danken Herrn Hüllbüsch sehr herzlich für sein langjähriges Engagement, seine Verlässlichkeit und die prägenden Impulse, die er der Klinik Roderbirken und dem gesamten Klinikverbund der Deutschen Rentenversicherung Rheinland gegeben hat. Für seinen Ruhestand wünschen wir ihm Gesundheit, Freude, Aktivität und nur das Beste.
